Kein Abzug der Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer einer Stewardess

22.06.2017

Mit Urteil vom 24.04.2017 (8 K 1262/15 E) hat das Finanzgericht Düsseldorf entschieden, dass eine Stewardess die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer nicht als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit absetzen kann.

Im Streitfall beantragte die als Flugbegleiterin tätige Klägerin in ihrer Einkommensteuererklärung für den Veranlagungszeitraum 2013 den Abzug von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer in Höhe von 1.250 Euro. Das beklagte Finanzamt lehnte dies mit der Begründung ab, dass das Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt ihrer gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit darstelle und für die berufliche und betriebliche Tätigkeit ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung stehe. Daraufhin machte die Klägerin mit Einspruch und Klage geltend, dass sie das Arbeitszimmer für die Flugvorbereitung (bspw. Information über streckenspezifische Besonderheiten und Produktveränderungen, Studium der Arbeitsanweisungen) und Flugnachbereitung (bspw. Erstellung von Feedback- und Ereignisprotokollen) sowie Fortbildungen (Erste-Hilfe-Auffrischungen und Emergency-Übungen) benötige. Darüber hinaus legte sie eine Bescheinigung der Fluggesellschaft vor, wonach sie über keinen individuellen Arbeitsplatz verfüge.

Das Finanzgericht Düsseldorf folgte dieser Argumentation in seiner Entscheidung vom 24.04.2017 nicht und wies die Klage als unbegründet ab. Zwar stehe der Klägerin für einige wenige Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit ihrem Beruf anfallen, kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung. Gleichwohl kommt nach Ansicht des Finanzgerichts kein Abzug etwaiger Aufwendungen für den Raum in Betracht, da der Umfang der insoweit im Zimmer ausgeübten beruflichen Tätigkeiten es nicht glaubhaft erscheinen lässt, dass die Klägerin hierfür im Streitjahr ein Arbeitszimmer vorgehalten hat. Nach der Auffassung des Gerichts stand der Klägerin als Stewardess nur für einige wenige der von ihr im Zusammenhang mit ihrem Beruf angeführten Tätigkeiten außerhalb eines fliegerischen Einsatzes kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung und hinsichtlich dieser Tätigkeiten haben die Darlegungen der Klägerin das Finanzgericht nicht davon überzeugt, dass sie dafür den Raum in einer ins Gewicht fallenden Art und Weise in den Streitjahren beruflich genutzt hat.

In einer Gesamtschau sämtlicher Umstände des Streitfalls ist das Gericht zu der Erkenntnis gelangt, dass die Inanspruchnahme des Raums für berufliche Zwecke von ganz untergeordneter Bedeutung war, insbesondere wenn man die für die Flugvorbereitung und die Nacharbeiten anfallenden Zeiträume ins Verhältnis zur anrechenbaren Jahresflugzeit der Klägerin von mehr als 600 Stunden setzt. Dabei hat es sich vor allem auf die Aussage eines in der mündlichen Verhandlung vernommenen Zeugen gestützt. Vor diesem Hintergrund hat das Finanzgericht Düsseldorf die Arbeitszimmeraufwendungen – anders als im (hier nicht einschlägigen) Fall einer sogenannten Kabinenchefin – nicht zum Abzug zugelassen.